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Am 07.10.2000 um 19:02:15 schrieb Monika Draga (Forenmaster):

Re: Fibroneuling - Verschiedene Schweregrade bei Fibromyalgie ?

Hallo Britta,

vielleicht ist es Dein großes Glück, dass du nie vorher etwas von Fibromyalgie gehört hast, Dich nicht Gedanken daran, dass es das vielleicht sein könnte, in Zweifel und Verzweiflung hineingesteigert hast, so wie es anscheinend gelegentlich passiert, wenn Betroffene noch auf der Suche nach einer Diagnose für ihre Beschwerden sind und dann in einer Illustrierten o.ä. von Fibromyalgie erfahren oder gar mit teilweise höchst dubiosen "Informationen" weiter in Verhaltensmuster hinein getrieben werden, mit denen sie sich selbst nur schaden.

Du hast auch bei den Behandlungsansätzen wahrscheinlich sehr viel mehr Glück gehabt als viele andere, die sich von dem Gedanken, dass schlimme Schmerzen mit starken Medikamenten zu bekämpfen sein müßten, nicht loseisen können und auch von den behandelnden Ärzten darin oft noch bestärkt werden. Irgendwo habe ich mal etwas von einem Vergleich mit einem Mobile geschrieben, das völlig durcheinander gerät, wenn man es zu stark anstößt ...

Und noch etwas anderes, was Du geschrieben hast, ist ganz wichtig. Die regelmäßigen, d.h. zeitgesteuerten und nicht symptomgesteuerten Behandlungstermine. Du brauchst Schmerzen nicht zu "konservieren" um sie als Eintrittskarte für einen Arztbesuch zu benutzen. Das ist eine ganz wichtige Regelung, die Dir viel Auseinandersetzung mit Schmerzen, Entscheidungsdruck (gehe ich nun deswegen wieder zum Arzt und wenn ja zu welchem) und Frustrationen (wenn nämlich nicht direkt geholfen werden kann, wieder mal keine Ursache gefunden wird usw.) erspart.

Die Schmerzen bleiben Dir zwar nicht ganz erspart, aber wenigstens entgehst Du vielen zusätzlichen Verletzungen, die durch allzu unbeholfenen Umgang mit der Fibromyalgie entstehen können. Deshalb bin ich auch überzeugt davon, dass Du keine Angst vor einer Verschlimmerung haben brauchst. Sicherlich wird es auch bei Dir mal auf und mal ab gehen. Vielleicht werden auch bewährte Therapien mal ihre Wirkung verlieren, das ist leider typisch bei Fibromyalgie. Doch dann hilft wieder etwas anderes. Das zu finden, das ist manchmal eine große Herausforderung und nicht selten sind es Zufallsbeobachtungen, die weiter voran bringen. Wenn man dafür offen ist, weder überbewertet noch ignoriert oder vernachlässigt, kann man eine ganze Menge profitieren.

Mit Fibromyalgie zu leben ist wie ein Drahtseilakt. Verharrt man unbeweglich, dann führen schon kleine Impulse von außen zu großen, nur schwer kontrollierbaren Schwingungen (oder gar zum Absturz). In Bewegung bleiben, das erleichtert alles ein wenig. Ich glaube, Du hast die richtige Technik schon entwickelt, um die Balance zu halten!

Ich hoffe, hier im Forum können wir noch viel von Dir lernen.
Monika

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