| Am 14.12.2000 um 21:20:41 schrieb Monika Draga (Forenmaster):
Re: Sicherlich kein Thema für ein FIBROMYALGIE-Forum !
Liebe Agathe,
zwischen Facette-Blockaden und einer Neurolyse bestehen, soweit ich als Nichtmediziner das beurteilen kann, sehr große Unterschiede. Die Technik - Einbringen einer Kanüle unter Sichtkontrolle über CT ist zwar gleich, aber die Art des eingespritzten Mittels und seine Wirkungen unterscheiden sich deutlich. Dies nur mal vorweg.
Beide Verfahren richten sich an klar einzugrenzende Schmerzquellen, d.h. Nerven, die durch eine nicht behebbare organische Veränderung ständig gereizt werden. Manche von uns haben solche Schäden - aber das hat per Definition nichts mit Fibromyalgie zu tun, auch wenn solche Schmerzen möglicherweise die Grundlage darstellen können, auf der sich die Fibromyalgie entwickelt hat. Die Diagnose der Fibromyalgie erfordert Schmerzen in mindestens DREI Körperregionen UND den AUSSCHLUSS organischer Ursachen für diese Schmerzen. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass wir unter der Überschrift FIBROMYALGIE darauf verzichten sollten, über schmerztherapeutische Eingriffe zu diskutieren, die unter anderen Voraussetzungen, d.h. bei ganz anderen Indikationen, ganz sicherlich ihre Berechtigung haben. Die Tatsache, dass Du für eine gewisse Zeit Erleichterung gefunden hast, hat für Dich bestimmt große Bedeutung. Dass dabei ein CT zum Einsatz kommt, um die Platzierung der Kanüle zu dokumentieren, das hat für den Arzt große Bedeutung, denn solche Eingriffe sind keineswegs ohne Risiko, werden aber "üppig" honoriert (vgl. http://www.stk-ev.de/forum/archiv/z1_00/art_121.html).
Zum Verschwinden Deiner Schmerzen - was ich Dir natürlich von Herzen gönne, egal auf welchem Weg es dazu kam -, denke bitte daran, dass es das Wesen der Fibromyalgie ist, dass Schmerzen kommen und gehen. Es liegt aber in unserer Natur, dass wir dann jeweils dafür eine Ursache und einen Mechanismus erkennen und eine Erklärung haben wollen. Manchmal trifft das, was wir uns dazu denken, ja auch zu, aber eben nur manchmal.
Als ich Deinen Beitrag las, da mußte ich an eine Zeit vor über 20 Jahren denken. Was wurde da alles versucht, um meine damaligen Rückenschmerzen (und sogar einsetzenden Lähmungen) zu lindern, incl. der damals üblichen Technik, mit der ein Lokalanästhetikum an die gereizte Nervenwurzel gespritzt wurde. Wie oft? Ich weiß es nicht mehr. Sehr oft, jedenfalls. Endgültig losgeworden bin ich diese Schmerzen, als ich die Behandlung unterbrach um an einer sehr anstrengenden Exkursion teilzunehmen und mir damit einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Ich war auf der fünfwöchigen überaus aufregenden Tour keineswegs schmerzfrei, oh nein! Aber danach waren genau diese Schmerzen, die mich über ein Jahr lang gequält und zunehmend behindert hatten, weg und kamen so, wie sie vorher waren, auch nie wieder. Was beim Verschwinden der Schmerzen die entscheidende Rolle gespielt haben mag, wird wohl nie zu klären sein. Wichtig ist nur, dass ich diese Erfahrung gemacht habe und dass ich es zulassen kann, nicht zu wissen, wie und warum letztendlich die Schmerzen verschwanden.
Was noch wichtiger ist: Ich habe jetzt ein Ziel für meine Gedanken, die ich immer wieder auf die Reise schicken kann, wenn Schmerzen sich wieder mal an mir austoben. Es ist nicht nur die Erinnerung an ein Traumziel, sondern es ist daran gekoppelt die Erinnerung an einen gelungenen errungenen Ausstieg aus dem Schmerz.
In diesem Sinne wünsche ich allen: "träumt was SCHÖNES" Monika
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