Auf dieser Seite sind ca. Diskussionsbeiträge aus den Monaten Juni und Juli 2001 zu medizinischen Fragen im Zusammenhang mit Fibromyalgie erfaßt.
Themen - Stichworte
Schmerzgedächtnis - Flupirtin
Langzeitanwendung Flupirtin
Schlafmangel und Insulin
Amitriptylin
Clomipramin
Tramadol
Venlafaxin
Amuno
Schmerzgedächtnis: Tolperison - Mydocalm
Fieber
Silikonimplantate
mentale Schmerztherapie
Verhaltenstherapie
Stangerbäder
Hepatitis C
Muskelrelaxation bei Allgemeinanaesthesie
Gehirne arbeiten unterschiedlich
Schilddrüse
Morbus Bechterew
Celebrex
Interaktionen Phytopharmaka
BWS-Schmerzen / Atmung
Re: Schmerzgedächtnis - Flupirtin - Oho!
Gisela B., 

Hallo,

das trifft sich ja gut, dass ich seit dem 28.5. Katadolon (Flurpirtin)
teste. Ich fange mit einer sehr niedrigen Dosierung an und habe festgestellt, dass ich seit der Einnahme nur 1 Tag mit ganz hoher Schmerzstärke hatte. Aber das sagt noch nicht genug aus. Ich werde berichten, wenn ich eine längere Einnahmphase hinter mir habe.
Gruß Gisela
 

Langzeitanwendung Flupirtin (Katadolon®) - Erfahrungen?

Monika Draga (Forenmaster)

Flupirtin (Katadolon®) findet immer häufiger als "Hoffnungsträger" Erwähnung, wenn es um das Thema Schmerzgedächtnis geht. Die Entwicklung chronischer Schmerzen vermeiden, aber auch ein schon ausgeprägtes Schmerzgedächtnis wieder zurückzubauen, das soll dieses bisher NUR für kurzzeitige Anwendungen gebräuchliche Medikament schaffen. 

Anhaltspunkte dafür, dass diese Hoffnungen nicht überzogen sind, gibt es aus verschiedenen Quellen, u.a. auch durch eine Meldung von heute (6.7.2001 ,siehe unten) doch wie sieht es bei längerfristiger Einnahme mit den unerwünschten Wirkungen aus? Kann da schon jemand Erfahrungen beisteuern?

Zur Information: Bisher gehen die allgemeinen Empfehlungen dahin, die Einnahme auf maximal 4 Wochen zu beschränken. Ab der zweiten Woche sind regelmäßig die Leberenzymwerte zu kontrollieren. Bei chronischen Schmerzen jedoch, kommt es evtl. erst nach längerer Einnahme zu einer merklichen Besserung., http://www.aerztezeitung.de/docs/2001/07/06/124a0902.asp

Schon wieder was für XXL
Monika Draga (Forenmaster)

Müde Menschen haben süßes Blut

Chicago (rpo). Wer nicht genug Schlaf abbekommt, erhöht dadurch sein Risiko, an Diabetes mellitus, der so genannten Altersdiabetes, zu erkranken. Dies berichtete ein Forscher auf einem Kongress der amerikanischen Diabetesgesellschaft unter Berufung auf eine Untersuchung der Schlafforscherin Eve Van Cauter. 

In der Studie wurde in acht aufeinander folgenden Nächten die Insulinausschüttung bei Kurz-Schläfern mit der bei Lang-Schläfern verglichen. Bei den Testpersonen, denen die Schlafforscher nur 5,3 Stunden Schlaf pro Nacht einräumten, wurde 50 Prozent mehr Insulin ausgeschüttet als bei den Testpersonen, die mehr als acht Stunden pro Nacht schlafen konnten. 

Andererseits waren die Zellen rund 40 Prozent weniger insulinempfindlich als die der Ausgeschlafenen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die starke Ausbreitung des Diabetes mellitus in den Industriestaaten auch auf diesen Mechanismus zurückzuführen ist. 

Bei der Altersdiabetes handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, die auf relativen oder absoluten Insulinmangel zurückzuführen ist. Insulin ist ein in der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon, mit dem der Zucker aus dem Blutstrom in die Zellen transportiert wird. 

RP-online - published: 03.07.01 11:32

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Und nun der doppelte Salto zur Fibromyalgie:

Fibromyalgie ist fast immer verbunden mit Schlafstörungen. Folglich kommt es auch zu Schlafmangel. Wenn dieser Schlafmangel nun aber die Insulinproduktion erhöht gleichzeitig die Insulinempfindlichkeit der Zellen herabsetzt, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wie wir zu unseren "Rettungsringen" kommen. Irgendwo in diesem Forum habe ich schon mal davon geschrieben, dass bei übergewichtigen Fibros die Fettverteilung verflixt an das erinnert, was für Insulinresistenz als typisch gilt. 

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Die ausgeschüttete Insulinmenge steuert den Hunger auf Kohlehydrate, d.h. Süßigkeiten, Brot, Reis, Nudeln, d.h. je mehr Insulin, desto mehr Heißhunger und die Insulinempfindlichkeit hat etwas damit zu tun, ob die aufgenommenen Kohlehydrate gleich für den Energieverbrauch bereitgestellt werden, oder ob sie dafür benutzt werden, Rettungsringe zu bauen. 

Also kann Schlafmangel anscheinend nicht nur indirekt über die Muskelschmerzen, die viele von uns daran hindern, sich ausreichend zu bewegen, zur Gewichtszunahme führen, sondern auch noch über das Insulin. Na Mahlzeit!

Nun überlegt Euch was .... 

Monika

Re: "Dumm, faul und gefräßig" - XXL durch Antidepressiva?

Gisela B.

Hallo,

das habe ich ja gar nicht gern gelesen. Denn ich habe auch Gewichtsprobleme seit Jahren und setze jetzt vielleicht noch eins drauf, indem ich 15mg Amitriptylin abends einnehme und danach seit Jahren erstmals wieder durchschlafen kann. Meine Schmerzen werden weniger reduziert, falls man überhaupt noch eine Zuordnung vornehmen kann. Johanneskraut hat mir dauerhafte braune Hautflecken verursacht, da ich zwar im Sommer der Sonne recht gut ausweiche, aber beim Wassersport sind die UV-Strahlen wohl nicht davon abzubringen mich hie und da zu erwischen. Was nun, wieder schlaflos sein? Die Schmerzen zu verschlafen finde ich schon toll...Aber auch ich habe wieder Gewicht draufbekommen, das ich mich gerade bemühe wieder abzubauen. Das finde ich besonders schwierig an der Fibromyalgie. Glaubt man etwas medikamentöse Hilfe gefunden zu haben, hält entweder der Erfolg nicht an oder es kommt wieder neues Wissen, welches dazu verleitet die Medikamente abzusetzen. Ich hasse dieses schwere Händeln der Krankheit. Wer noch?
Gruß Gisela

Anke

Also, ich nehme seit über 3 Jahren Amitriptylin (10 mg abends, in verbindung mit einer kapsel Ibuprof 400 retard abends) und vertrage es mittlerweile ganz gut, schlafe auch besser und habe weniger schmerzen. es hat allerdings wirklich eine ganze zeit gedauert, bis die nebenwirkungen nachgelassen hatten (Müdigkeit, nebel im kopf), hungeranfälle hatte ich aber dadurch überhaupt nicht.
zunehmen tue ich schon seit einigen jahren, auch schon vor dem Amitriptylin. Habe auch noch nirgends gehört, dass es zu gewichtszunahme führt. 
während meiner kur in einer psychosomatischen klinik 1999, die mir übrigens sehr gut getan hat, habe ich mühelos 8 kilo abgenommen, ohne diät und einschränkungen, aber mit mehr bewegung und viel ruhe. ich denke, dass es auch sehr viel mit dem allgemeinbefinden zu tun hat, wieviel man/frau isst. ich bin frustesser....
Gruß an alle XXLs, Anke

Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Anke,
Du scheinst in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall zu sein. Angefangen bei der konsequent niedrigen Dosis Amitriptylin, das nach nunmehr drei Jahren schon einen erheblichen Effekt auf das Schmerzgedächtnis haben müßte, also die Schmerzen deutlich zurück gegangen sein müßten. Dann das Ibuprofen, das bei anderen durchaus nach recht kurzer Zeit schon Magenbeschwerden hervorrufen kann, die dann aber ernster zu nehmen sind, als die reinen Fibromyalgiebeschwerden. Ohnehin wundert es mich immer wieder, dass wegen Fibromyalgie, einer definitv nicht-entzündlichen Erkrankung, Mittel wie Ibuprofen oder auch Cox-2-Hemmer, Entzündunghemmer also, eingesetzt werden und bei Vielen anscheinend sogar helfen. Plazebo-Effekt oder nicht schlüssige Diagnose? Ich verstehe es nicht. Auch mir wurde Ibuprofen schon verordnet, es hatte aber null Effekt auf die Muskelschmerzen, während es Arthroseschmerzen schnell linderte, allerdings mit einer sehr kurzen Wirkdauer: pro 100 mg Ibuprofen ca. eine Stunde. 
Dass Du noch nicht davon gehört hast, dass Amitriptylin in sehr vielen Fällen zur Gewichtszunahme führt, das belegt eigentlich nur, dass diese sehr häufige Nebenwirkung von den verordnenden Ärzten oft verschwiegen wird. Insbesondere dann, wenn schon behandlungsbedürftiges Übergewicht vorhanden ist oder gerade erst abgebaut worden ist, empfinde ich es als eine bodenlose Frechheit, ein solches Medikament zu verordnen, ohne eine sorgfältige Nutzens-Schadens-Abwägung zu machen.
Dass Du mühelos abnehmen konntest, dazu kann man Dich nur beglückwünschen. So wie Du das beschreibst, würde ich darauf tippen, dass da eine ganze Menge Wasser aus dem Körper entfernt wurde, denn Fett verflüchtigt sich nicht so schnell und vor allem nicht so mühelos. Je mehr sich die Ernährung in der Klinik von der gewohnten Kost unterscheidet, umso leichter purzeln da die Pfunde. Ich habe das auch schon erlebt, - bei Tischnachbarn in Rehakliniken. Ob Frustesser oder nicht, das Problem bei Fibromyalgie - zumindest bei einem Teil der Betroffenen - scheint zu sein, dass die aufgenommene Nahrung weniger für die direkte Bereitstellung von "Betriebsstoff" für die Muskeln verwertet wird, sondern im Übermaß in Fett umgewandelt und gespeichert wird. Siehe dazu auch den Beitrag weiter oben: Schon wieder was für XXL: Müde Menschen haben süßes Blut

Karin-Nana

Hallo Gisela,
ich bin mit dem Kreislauf "Krankheit, Schmerzen, Medikamente, unzählige Nebenwirkungen" auch nicht glücklich. Aber seit ich für mich eine Form gefunden habe, mich zu entspannen und bewusst ab und zu eine Auszeit zu nehmen, geht es mir besser. Ich brauche nicht mehr so viel Schmerzmittel, bin auch körperlich momentan wieder belastbarer und komme auch sonst mit der Krankheit ganz gut zurecht. Ich hoffe, dass das wenigstens eine Weile so bleibt. Gruss und noch ein schönes Pfingstwochenende (was noch davon übrig bleibt). 

Karin

Am 26.06.2001 um 20:41:33 Uhr schrieb Monika Draga (Forenmaster):  (63)

Erfahrungen mit Wirkstoff Clomipramin? / Anafranil (r)

Ich habe mir gerade umfangreiche und interessante Informationen zu Clomipramin in der Schmerztherapie "reingezogen". Das hat mich jetzt neugierig gemacht, ob da jemand mit Fibromyalgie schon Erfahrungen mit diesem Wirkstoff gemacht hat. Oder interessieren sich vielleicht diejenigen, die es nehmen, nicht mehr für eine Fibromyalgie-Website?

Clomipramin ist wie Amitriptylin ein trizyklisches Antidepressivum, dessen Wirkung als Schmerzmedikament recht gut untersucht ist. Hier in den Foren ist es jedoch kaum jemals erwähnt worden. Handelsname ist u.a. Anafranil. Im Gegensatz zu Amitriptylin, das ja schlaffördernd wirken soll, wirkt das Clomipramin wohl eher antriebssteigernd. 

Am 26.06.2001 um 21:47:28 Uhr schrieb crissi:  (38)

Re: Erfahrungen mit Wirkstoff Clomipramin? / Anafranil (r)

Hallo, ich habe vor 6 Jahren, als ich von Fibro noch nichts wusste, im Rahmen einer Schmerztherapie Anafranil genommen. Die Dosierung weiss ich leider nicht mehr. Ich hatte keine Schmerzen mehr, war aber auch n ur noch müde, konnte kein Auto mehr fahren usw. Allerdings wirken bei mir alle bisher von mir genommenen Antidepressiva derart, dass ich entweder nur noch müde bin oder total überdreht.

Re: Wirkstoff Tramadol

Gitta

Ich habe jemanden in der Familie, der schon lange Jahre Tramdol nimmt und zwar in hoher Dosis, leider ist das Medikament doch eins, das abhängig macht. Die person, von der ich schreibe, hat auf anraten eines Arztes das Mittel abgesezt und alles durchgemacht, was mann sich bei einem Entzug so vorstellt. Unruhe Schweißausbrüche usw.Ich denke es wäre besser wenn Du Dir darüber im klaren bist, ich habe den Beitrag leider erst heute gelesen.

Monika Schumacher

Hallo Monika,
sieben Wochen in der Reha haben mir gut getan. Hab gelernt mehr auf meinen Körper zu achten. Drei Tage war ich im Garten nur wenig gearbeitet ging alles gut und gestern bin ich schon mit schmerzen aufgestanden am nachmittag habe ich dann eine Tramadol genommen mit dem Ergebnis das ich schlimme Kopfschmerzen bekommen habe.Bin bis heute noch etwas hei. jetzt tue ich schon kaum nochwas, meine drei Männer helfen mir fleißig, mache viele Pausen, gehe nicht arbeiten und trotzdem kommen die Schmerzen!!! Saroten nehme ich mittlerweile 100 mg abends, bei dicker Hand Diclofenac und bei Rückenschmerzen Tramadol. AT tut mir sehr gut mache ich auch weiter.War so guter Dinge als ich nach Hause kam doch der Alltag sieht eben doch anders aus. Wie wird es wohl weitergehen? Bin ziemlich frustig heute. Freue mich über eine Antwort
Tschüß Monischu

Wolfgang

Hallo Sandra,
laß Dich nicht verrück machen hinsichtlich eine evtl. eintretenden Abhängigkeit - wenn Dir das Präparat wirklich hilft - solltest Du es auch weiter nehmen.
Wichtig ist nur, daß wie Monika auch bereits ausführte, der Zeitplan der Einnahme eingehalten wird und der Wirkstoff nicht in Tropfenform verabreicht wird - sondern über ein Retardpräparat mit 12 Std.Wirkung!
Eine Abhängigkeit kann nur auftreten, wenn man wie der Junkie das Schmerzmittel dazu benutzt, eine schnelle Wirkung zu erzielen und wahllos zur Tropfenflasche zu greifen. Im Unterschied zu den Retardpräparaten wirken die Tropfen innerhalb von 10 Min. mit einem stark auftretenden euphorischen Effekt, was natürlich dazu führen k a n n , daß man es gewohnt wird, über die schnelle Wirksamkeit eine sofortige Änderung seines Gemütszustandes zu erreichen. Die Retardpräparate dagegen laufen langsam an und man benutzt sie nicht für einen sofortigen Effekt! 
Ich habe einmal über ein Jahr hinweg Valoron N Retard bekommen - anschließend nochmals Tramal, Tramadol und Tramundin - ebenfalls für ca. 9 Monate - ich habe es abgesetzt - bin kein Junkie geworden und lebe immer noch!
Wenn man es absetzt, ist es wichtig, die Tropfenversion des Wirkstoffes zu bekommen und dann aber auch konsequent jeden Tag die Einnahme verringern - nach wenigen Tagen bist Du durch - ohne Entzugsymptome! (Ist garantiert nicht bei der Person gemacht worden, über die in der weiteren Zuschrift berichtet wurde - ich verstehe wirklich nicht, was für ein "Facharzt" zu dieser Absetzmethode geraten hat!!!!)
***Wichtig bei der ganzen Geschichte ist nur, daß Du Dich auch selbst prüfst, inwieweit Dir Tramal wirklich hilft - mir hat es gegen meine Muskelschmerzen nämlich kaum geholfen, sodaß ich es auf eigenen Wunsch ausgeschlichen habe und heute einigermassen mit Saroten zurecht komme!
Ich weiß von mir selber, daß ich mit der euphorischen Wirkungsweise meine tatsächliche Schmerzsituation nicht mehr wahrgenommen habe - ich bin aber während der Einnahmephasen viel passiver gewesen als heute, da ja jede Art von Anstrengung bei der Einnahme von Opioden zu Schweißausbrüchen und Kopfschmerzen führen kann! Außerdem finde ich, daß solch starke Schmerzmittel den Patienten eventuell in seiner Ansicht unterstützen, daß er ja schwer krank ist - ich wundere mich heute selbst darüber, daß das schwache Ibuprofen 400mg besser gegen die Muskelschmerzen hilft - als die bereits zweitschwerste Schmerzmittelstufe!!!!!

Ich würde Dir empfehlen, wenn bei Dir keine sekündären Rheuma- oder Wirbelsäulenprobleme vorliegen, es mal mit Saroten, angefangen in 10mg Dosierung abends, auszuprobieren,und die Höhe des Opioidwirkstoffes zurückzufahren!****
Viel Erfolg und keine Angst vor Abhängigkeit!
Wolfgang

Gitta

Mit Aroganz komme ich nicht so gut zurecht, Wolfgang scheint sie aber gut zu beherschen. Ich hätte den Artikel bestimmt nicht geschrieben, wenn es so, wie ich es berichtet habe nicht vorgefallen wäre. Das Medikament ist langsam abgesetzt worden. Ich denke jeder Mensch reagiert anders. Ich habe vor Jahren mal ein sehr starkes Medikament abgesetzt, mein damaliger Hausazt hat mir wenig Chancen eingeräumt, das ich es ohne Klinikaufenthalt schaffen könne, ich habe es geschafft, darauf bin ich auch Stolz. Darum denke ich, das ich sehr wohl weiß wovon ich schreibe, ich wollte keine Angst verbreiten, aber wenn einschlägige Erfahrung da ist, denke ich das man das auch schreiben sollte. Alleine der Ausdruck "Junkie" ist in diesem Zusammenhang ganz einfach daneben. Tatsache ist doch, das Tramadol laut Aussage eines Schmerztspezialisten als die Stufe vor Morphenen ist. Ich selber habe dieses Medikament in Form von Infusionen bekommen. Geholfen hat es etwas bei den Schmerzen, die ich durch drei Bandscheibenvorfällen habe, aber nicht für die Schmerzen bei fibro. Ich hatte ziemlich viele Nebenwirkungen und vor allem hat das Absetzen mir zusäzlich auch Probleme bereitet. Leider ist ein anders Familienmitglied auch sehr krank und benötigt eben diese starken Schmerzmittel, aber nicht für fibro!!!! Ich bitte Wolfang nicht daher zu gehen und ein so starkes Mittel zu verharmlosen, denn ich finde es sehr unverantwortlich!!! Ich habe mit Medikamenten in jeglicher Form durch die Fibro so einiges mitgemmacht, auch viele Allergien bekommen.
Fakt für mich ist, das jeses Medikament in solcher Stärke den Körper auch auf andere Weise Schadet. Ich wünsche Euch eine schmerzfrei Zeit.

Gitta

Monika Draga (Forenmaster)

Oh Gitta, 

ich glaube fast, Du hast da jetzt einiges falsch verstanden. Wolfgang  hat Tramadol ganz gewiß nicht verharmlost sondern ganz klar vor einer ungeregelten Einnahme gewarnt und hat auch sehr gut aufgezeigt, was passieren kann, wie es dazu kommen kann, dass man die Wirkung falsch einschätzt usw. Ich bin Wolfgang für seinen Beitrag wirklich dankbar - genauso wie ich Dir dankbar bin, dass Du darauf aufmerksam machst, dass es offenbar auch Menschen gibt, bei denen die Wirkung anders ist, bei denen trotz aller Vorsicht doch Abhängigkeit entstehen kann. Aber das ist dann sicherlich nicht auf Medikamente begrenzt, sondern beginnt vielleicht schon bei den Zigaretten, ohne die manche anscheinend nicht leben können oder wollen. 

Monika

Wirkstoff Venlafaxin

Gitta

Heute habe ich mal eine Frage:
Meine Hausärtztin hat mir Tabletten aufgeschrieben, diese heißen TREVILOR Wirkstoff :Venlafaxin
wer hat schon mal davon gehört, sie selber genommen und vor allem weiß jemand ob das Medikament für Fibro überhaupt was ist. Antwortet doch bitte bevor ich anfange dieses Medikament zu schlucken.

Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Gitta,

also grundsätzlich mal sollte niemand die Entscheidung ein Medikament zu nehmen oder nicht von der Meinung anderer Betroffener abhängig machen, sondern das mußt Du mit Deiner Ärztin vereinbaren. Sie allein kennt Deine Krankengeschichte, Vor- und Nebenerkrankungen, Deine Reaktionen auf andere Medikamente usw. und muß das alles in ihre Entscheidung darüber, was sie Dir verordnet, einfließen lassen. Eigentlich sollte sie Dich auch darüber aufklären, was für ein Medikament sie Dir verordnet hat und wie es wirken soll. Aber vielleicht hat es sich ja schon rumgesprochen, dass es dafür irgendwo im Internet eine Dumme gibt, der man das überlassen kann. 

Also:
"Venlafaxine ist ein von der Struktur her neuartiges Antidepressivum, welches chemisch nicht mit SSRI, trizyklischen, tetrazyklischen oder anderen erhältlichen Antidepressiva verwandt ist.

Präklinische Studien haben gezeigt, dass Venlafaxine und sein ungefähr gleich aktiver Hauptmetabolit, O-Desmethylvenlafaxine, spezifische Hemmstoffe der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme sind und auch in geringem Masse die Dopamin-Wiederaufnahme hemmen."

Es geht also wieder mal darum, körpereigene Botenstoffe, die bei Fibromyalgie Mangelware sind, wodurch es zu chronischen Schmerzen und Schlafstörungen kommt, im Umlauf zu halten. 

Wenn bei Dir nicht die Diagnose Depressionen (evtl. mit begleitenden Angstzuständen) zugrunde liegt, wird wird Deine Ärztin sicherlich genau dokumentieren, wie es Dir mit diesem Medikament geht. Auf jeden Fall sollte man wissen, dass TREVILOR ganz wesentlich teurer ist, als das sonst bei Fibromyalgie überwiegend verordnete Amitriptylin - es kostet nach überschlagsmäßiger Berechnung mehr als das 10fache!

Auf der Website des Herstellers kann man eine Broschüre "Die Depression verstehen und bei ihrer Bewältigung helfen" für Patienten und Angehörige bestellen. 
Hier klicken!

Außerdem wurde im Forum (Archiv) schon mal Trevilor erwähnt und auch in dem Artikel in der Ärzte-Zeitung vom 5.12.2000, Titel: "Falsche Abläufe im Gehirn ...", der hier weiter unten im Forum zitiert ist, wird auf die Wirksamkeit von Venlafaxin bei Fibromyalgie hingewiesen.

Ich würde mich freuen, wenn Du bei später dann mal über Deine Erfahrungen hier berichtest. 

Alles Gute
Monika

Gitta

Monika,
 ich glaube das war ein kleines Missverständnis. Ich wollte nur wissen was ich da nehme und ob es damit Erfahrungen gibt. Denn ich kennen den Wirkstoff nicht. Natürlich werde ich mit meiner Ärztin rücksprache halten. Ich habe das Medikament genommen und alle Nebenwirkungen durchlebt auch die, die nur bei 1%; der Studien vorgekommen sind. Leider war es so heftig, das ich frei Wochen nicht auf die Füße kam, konnte noch nicht mal der Schulabschluß-Feier meiner Tochter beiwohnen. Montag werde ich wohl soweit sein, das ich meine Ärztin wieder aufsuchen kann, die leider in dieser Zeit auch in ihrem wohlverdienten Urlaub war. Positiv war, das ich mal wieder über mich selber nachgedacht habe und einige Entschlüsse gefasst habe, die ich in den nächsten Wochen auch zügig umsetzen werde, dann geht es mir bestimmt bald wieder besser. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute

Gitta

Medikamente

Germaine

Hallo auch ich habe Fibromyalgie und habe auch Saroten genommen. Habe jetzt seit 4 Wochen ein neues Medikament Amuno Kapseln 50 mg es hilft mir gegen die Schmerzen und ich kann besser schlafen das ist viel wert bei Fibro. Auch hier gibt es Nebenwirkungen aber mann steht nicht so neben die Schuhe wie bei Anti-depresiva und mann hat keine Probleme mit dem gewicht.
Viele grüße an alle .MFG Germaine

Sabine

Hallo Germaine,

leider habe ich Saroten nicht vertragen und wäre über eine Alternative echt erfreut. Ist das Medikament denn pflanzlich bzw. was ist drin? Kannst Du bitte näher informieren? Wer hat es Dir denn verordnet? Vielleicht wäre es auch für mich eine Alternative, weil ich gerade mit Schmerzen und Schlaf sehr zu kämpfen habe. Oft schlafe ich nächtelang fast nicht und dann dafür mehrere Nächte hintereinander zwischen 15 und 20 Stunden, aber lt. BfA-Arzt ist man natürlich voll arbeitsfähig, soll mir mal einer vormachen.
Danke
Sabine

Monika Draga (Forenmaster)

Der Wirkstoff von Amuno (Indometacin) "ist ein Indolylessigsäure-Derivat aus der Wirkstoffklasse der nicht-steroidalen Antiphlogistika/Analgetika. Seine entzündungshemmenden, analgetischen und antipyretischen Eigenschaften wurden in tierexperimentellen Modellen nachgewiesen und in langjähriger therapeutischer Erfahrung bei schmerzhaft-entzündlichen Erkrankungen dokumentiert. Indometacin ist ein potenter Hemmstoff der Cyclooxygenase."

Über ein anderes Medikament mit dem gleichen Wirkstoff ist zu lesen, es soll "mit den Mahlzeiten, mit Milch oder einem Antazidum eingenommen werden, um die Möglichkeit von gastrointestinalen Störungen auf ein Minimum zu reduzieren. Auf eine Einnahme in aufrecht sitzender oder stehender Körperhaltung ist zu achten.", 

Schmerzgedächtnis - Tolperison (Mydocalm) - Aha-Erlebnis

Renate H.
Hallo Monika,
auch ich nehme seit Ende Mai das Medikament Mydocalm 3x1 dazu noch 3x1 Katadolon und ich muß sagen, mir geht es damit gut. Ob es für alle Fibros geeignet ist, dass vermag auch ich nicht zu beurteilen. Ein Versuch ist es allemal wert.
 

Veronika Merkl
Ich habe auch Monate lang Mydocalm genommen.Leider ohne Wirkung.Jetzt bin ich auf Morphium und es geht mir bedeutend besser.Ich muß dazu sagen, das ich FMS schon 15 Jahre habe und im letztem Stadium bin.
Dadurch habe ich einen großen Leidensweg hinter mir.Ich kann also sagen, das mir Mydocalm nicht mehr geholfen hat.
Monika Draga (Forenmaster)

Liebe Veronika,

aus den drei Meldungen, die Du gestern geschrieben hast, entsteht für mich ein Bild von Deiner Erkrankung, das ich eigentlich nicht so recht unter Fibromyalgie einordnen kann. 

Ich erkenne, dass es Dir nicht gut geht und ich würde Dir gerne etwas sagen, das Dir ein wenig hilft. Aber da ich nicht davon ausgehen kann, das Fibromyalgie Dein Hauptproblem ist, würde ich mich auf sehr wackeligen Boden begeben, wenn ich zu den von Dir geschilderten Beschwerden und Verläufen Stellung nehmen würde. 

So kann und muß ich für andere Leser in diesem Forum nur darauf hinweisen, dass es ein "letztes Stadium der Fibromyalgie" in dem von Dir gebrauchten Sinne sicherlich nicht gibt. Es gibt viele Stationen auf verschiedenen Wegen, von denen viele leider Irrwege sind. Das "letztes Stadium der Fibromyalgie", das könnte nach meiner Auffassung nur der Punkt sein, an dem ein Irrweg verlassen wird und von dem aus die adequate Krankheitsbewältigung beginnt. Der Punkt, von dem aus die Bedeutung der Schmerzen immer weiter in den Hintergrund gedrängt werden kann. 

Ich wünsche Dir, dass das, was da bei Dir sonst noch alles unter den Teppich Fibromyalgie gekehrt worden ist, baldmöglichst hervorgeholt und wirksam behandelt wird. 

Re: Fieber
Veronika Merkl
Diese Erfahrung mußte ich machen.Heute lasse ich mir das nicht mehr gefallen.Ich rede so lange bis man mir endlich zuhört.Mein jetzirger Internist hört mir zu.Ich habe auch oft Fieberschübe.Auch muß ich mitteilen,das meine Blutwerte immer zu hoch sind.Sie waren jetzt so hoch,das ich wieder auf Cortison gesetzt wurde.Seit Januar komme ich aus den Schmerzschüben nicht mehr heraus.Nach 3 Wochen Cortison ist es nun besser geworden.
Ich habe noch eine Frage:
Wer hat auch bei Schüben Wasser in den Beinen?
Veronika Merkl
Ich bekomme seit Monaten Wasser in den Beinen.Das komische daran ist,
es geschieht in der Nacht.Also bei Ruhezuständen.
Hat jemand auch das gleiche Problem wie ich, dann Mailt mir doch bitte, , Wasseransammlung in den Beinen,Nachts
Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Veronika,

die Symptome und die Behandlung, von der Du hier berichtest, gehören auf keinen Fall in die Schublade mit der Aufschrift "Fibromyalgie"!!!

Weder Fieber noch Abweichungen von normalen Blutwerten gehören zu den Symptomen der Fibromyalgie, sondern sollten Anlaß dafür geben, weiter nach einer anderen Erkrankung zu suchen. 

Auch die Behandlung mit Cortison ist nicht angezeigt, wenn es sich ausschließlich um Fibromyalgie handelt. Diese Behandlung ist aber bei Dir offenbar nötig geworden, weil eben deutliche Anzeichen entzündlicher Prozesse vorhanden waren oder sind. 

Die Wasseransammlungen könnten eine Nebenwirkung der Cortison-Behandlung sein. 

Was meint denn Dein Arzt dazu? Du schreibst, dass er Dir zuhört. Hörst DU ihm auch zu?

Alles Gute 
Monika

Silikonimplantate

Monika Draga (Forenmaster)

Silikonimplantate sollen in vielen Fällen an der Entstehung einer Fibromyalgie beiteiligt sein. Zumindest scheint eine beträchtliche zahl von Frauen mit Silikonimplantaten von Fibromyalgie betroffen zu sein. Deshalb diese Nachricht hier in diesem Forum.

Übermittelt von Cosima Meyer, 
SSF Schweiz und Mitglied der United European Support Groups

Folgender Text kann in verschiedenen Sprachen abgerufen werden auf
http://www.europarl.eu.int/press/index_de.htm

Petitionen über Silikonimplantate
 

 Janelly FOURTOU (EVP-ED, F)
 Bericht über die für zulässig erklärten Petitionen betreffend
Silikonimplantate
 Dok.: A5-0186/2001
 Verfahren: Initiativbericht
 Aussprache: 12.06.2001
 Annahme: 13.06.2001

Erläuterungen zur Abstimmung
Als Ergebnis von zwei beim Europäischen Parlament eingereichten Petitionen, die sich mit dem Problem vonSilikon-Brustimplantaten beschäftigen, haben die Abgeordneten mit 422 : 70 : 22 Stimmen einen Bericht angenommen. Dieser fordert ein Gesetz zum Schutz der Gesundheit der Patientinnen und die Verbesserung der Kontrollen der Implantate. Das Plenum empfiehlt, dass alle Patientinnen Zugang zu vollständigen, kostenlosen und von unabhängigen Sachverständigen bereitgestellten Informationen haben sollten. Werbung für Brustimplantate unter dem Aspekt der Schönheitschirurgie sollte eindeutige Hinweise auf mögliche Gefahren enthalten. Die Abgeordneten empfehlen die Einrichtung eines Brustimplantat-Registers in den Mitgliedstaaten. Die Daten müssen vertraulich sein. Ferner sollte für Brustimplantate im Rahmen von schönheitschirurgischen Eingriffen ein Mindestalter von 18 Jahren gelten. Das Plenum setzt sich außerdem für die Weiterführung der wissenschaftlichen Forschung ein, beispiels!
weise was die Techniken für die Messung der Silikonkonzentration in Körperflüssigkeiten oder was lokale Komplikationen durch Implantate angeht. Insgesamt haben sich die Abgeordneten für die Einführung von strikten Maßnahmen ausgesprochen und nicht für ein Totalverbot der Implantate.

Hintergrundinformationen
Das EP hat eine Reihe von Petitionen erhalten, von denen eine von etwa 1.000 Bürgerinnen unterzeichnet war, die sich mit dem Problem von Silikon-Brustimplantaten beschäftigen. In den Petitionen wird das sofortige Verbot von Brustimplantaten gefordert, solange der eindeutige Beweis für die Unschädlichkeit sowohl für die Frau wie für die nach einer Implantation geborenen Kinder fehlt. Daraufhin hat sich der Petitionsausschuss des EP des Themas Silikonimplantate angenommen. Zum einen wurde eine Anfrage an die Europäische Kommission gestellt. Diese antwortete sinngemäß, dass bei allen Implantaten Restrisiken nicht ganz ausgeschlossen werden können. Die Kommission werde gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die mit der Sicherheit dieser Produkte zusammenhängenden Fragen in Zukunft weiter untersuchen.

 Weitere Informationen:
 Claudia Delpero
 (Straßburg) Tel.: (33) 3 881 72795
 (Brüssel) Tel.: (32-2) 28 42591
 e-mail: peti-press@europarl.eu.int

Fibro und mentale Schmerztherapie, hat jemand Erfahrungen???

Justyna
Guten Abend liebe Fibros!!
Ich fange im Juli eine mentale Schmerztherapie bei einer Psychologin an. Die Psychologin arbeitet mit meinem Schmerztherapeuten zusammen und sie selbst macht Verhaltenstherapie bei Schmerzpatienten.
Hat jemand von euch schon so eine Therapie gemacht?? Und wenn ja, gehts es dir nun besser??? Kannst du mit der FMS besser leben???
Mit den Schmerzen umgehen???Denn ich habe seit nun mittlerweile 5 Wochen so schmerzen und kaum etwas hilft!!!
Justyna

Gitta

Hallo Justyna,
verlier nicht so schnell den Mut. Ich habe Jahre gebraucht um halbwegs mit dieser Krankheit klar zu kommen. Leider bin ich von einer Mutter ezogen worden, die generell sagt, wenn etwas weh tut, dann sollte man es lassen. Aber das ist falsch, denn ich mußte in meinem Leben oft genug erleben, das selbiges oft sehr weh tut, aber ich habe es nicht beendet sondern mich Ihm gestellt.Meine Mutter hatte unrecht, denn es ist wichtig die richtige Dosierung zu finden. Hab ganz einfach viel Mut, auch wenn Du manchmal denkst das was in den Gesprächen zu Dir rüber kommt, das kann nicht sein, das seist nicht Du. Doch Du bist es. Mir ging es einige Jahre zwischendurch des öfteren mehr gut als schlecht. Zur Zeit geht es mir wieder schlechter und wenn ich genau nachdenke, muß ich leider feststellen, das ich mir erst mal in letzter Zeit zuviel zugemutet habe, genau genommen ca.8 Jahre,nun streikt der Körper und ich alter Hase bei dieser Krankeheit bin auf dem Weg des Selbstmitleides gewesen. Ich bin mal in mich gegangen, ich werde mir einen gute Gesprächs-Therapie suchen und alte liebe Gewohnheiten wieder aufnehmen.Hab den Mut in Dich hinein zu hören und lass Dir noch etwas Zeit. Such Dir nette Menschen und versuche in dem Rahmen Deiner eigenen Möglichkeiten soviel Spass wie nur möglich in Dein Leben zu bringen. Ich wünsche Die alles Gute

Gitta

Monika Schumacher

Hallo Justyna,
Ich bin gerade aus einer Reha zurück. Und die Kombination Medikamente
und abends Saroten und autogenes Training und Phantasiereisen in den eigenen Körper haben mir sehr gut getan. Wenn man offen ist für diese Dinge kannst du dir da eine Menge Erleichterung mit schaffen.Viel Glück beim herausfinden

Gruß Monika Sch.

Schmerzen vom Kopf her besiegen ...

genau das ist doch der Motor und das Anliegen dieser Website. Medikamente und physikalische Therapien können uns dabei helfen, selbst wieder ein wenig handlungsfähiger zu werden. Den Weg zu besserer Beherrschung der Schmerzen und zu wieder mehr Lebensfreude, den können und müssen wir dann aber selbst in Angriff nehmen. Die Verhaltenstherapie, die kann den Weg zeigen, kann Dir sicherlich auch beibringen, wie Du mit Hindernissen besser umgehst - aber gehen mußt Du selbst! 

Verhaltenstherapie, mentale Schmerzbewältigung, das ist nichts, was man konsumieren kann wie Tabletten, eine Massage oder warmes Bad. Nicht die Therapeutin macht Verhaltenstherapie, sondern DU wirst etwas tun. DU wirst Strategien lernen, um den Schmerzen nicht mehr als unbedingt nötig Platz in Deinem Leben zu lassen. DU wirst Deine Sinne dafür schärfen, herauszufinden, was Dir wirklich hilft. Das kann Dir niemand abnehmen. 

Sage "JA" dazu, den Weg zu gehen; ihn selbst zu gehen und nicht darauf zu hoffen, dass Dich jemand trägt.

Vielleicht erscheint das alles jetzt ein wenig hart. Aber ich habe so ein unbestimmtes Gefühl, dass Dir die BEHANDLUNG derzeit noch wichtiger ist als die eigene Handlungsfähigkeit, die ja jetzt durch die Schmerzen beeinträchtigt ist. Aber das einseitige Hoffen und Bauen auf BEhandlung, das würde Dich niemals von den Schmerzen wegführen sondern im Gegenteil das Karussell der Schmerzchronifizierung noch weiter antreiben. Deswegen riskiere ich jetzt lieber, Dich und natürlich auch andere Leser, denen es ganz ähnlich ergeht, mit einer so deutlichen Stellungnahme ein wenig aufzurütteln, als ein "Heile, heile Gäns'sche, s'wird bald wieder gut" anzustimmen oder im Katastrophisierungschor mitzusingen. 

Fibromyalgie, das sind für mich Schmerzen verschiedener, unbekannter Ursachen, denen vor allem Eines gemeinsam ist: Sie verstärken sich, wenn man ihnen zu wenig Aufmerksamkeit widmet und sich permanent überfordert - und sie verstärken sich aber auch, und das betrachte ich als die weitaus schlimmere Variante, wenn man ihnen ZU VIEL Beachtung schenkt. Das Leben mit Fibromyalgie ist ein Seiltanz, eine Gratwanderung. Die Verhaltenstherapie kann das notwendige Training dafür bieten, diese Art von Lebensweg besser zu bewältigen. 

Dazu wünsche ich Dir alles Gute

Monika

PS: Ich könnte es sehr gut verstehen, wenn Du mir jetzt mal so richtig die Meinung sagen möchtest, wie man sich wirklich fühlt, mit so schlimmen Schmerzen. Ich möchte Dich sogar dazu ermutigen, es zu tun. Klicke auf die rote Grafik im unteren Frame (oder auf den Link hier unten), dann kommst Du auf eine Seite, über die Du mich telefonisch erreichen kannst - vielleicht sogar völlig kostenlos.

Linktipp zur psychologischen Schmerzbewältigung

Monika Draga (Forenmaster)

Bin gerade auf eine sehr ansprechende Website eines Psychologen geraten. Da ist ganz gut erklärt, wie psychologische Schmerzbewältigung funktioniert.

Stangerbäder bei Fibro

Brigitte Plaire

Mir wurden von meinem Rheumatologen Stangerbäder verordnet. Hat jemand bereits Erfahrung ( und Erfolg?) mit dieser Therapieform?

Monika Draga (Forenmaster)

Sicherlich keine schlechte Idee! Ich hatte vor vielen Jahren im Rahmen einer Reha u.a. auch Stangerbäder. Danach ging es mir etwa ein dreiviertel Jahr lang richtig gut. Ob es die Stangerbäder waren oder etwas anderes, das läßt sich natürlich schwer abgrenzen. Wie es danach weiterging - das hat wohl vor allem damit zu tun, dass man damals von Fibro noch keinen blassen Schimmer hatte und ich vor keiner Herausforderung (im Sinne von Überforderung) zurückgeschreckt bin. 

Also nutze die Chance! Mit Stangerbädern kann man Schmerzen gut behandeln - und sie machen bestimmt NICHT "dumm, faul und gefräßig" (siehe anderer Forenbeitrag). 

Alles Gute,
Monika

"... kommt in meiner Praxis nicht vor..."

Monika Draga (Forenmaster)

"Das kommt in meiner Praxis nicht vor" erklärte ein im Rahmen einer Studie befragter Arzt. Es ging dabei NICHT um Fibromyalgie, sondern um eine chronische, oft über Jahrzehnte weitgehend symptomlos verlaufende Virusinfektion, die Hepatitis C. Nein, in seiner Praxis gibt es keine HCV-Fälle, es hat auch noch nie Verdachtsfälle gegeben. Folglich wurde auch noch nie eine spezifische Untersuchung veranlaßt. 

Passiert ist dies nicht vor 100 Jahren, auch nicht vor 10 Jahren, sondern im Sommer 2000. Passiert in einer Praxis, mit einem Einzugsbereich, dessen Bevölkerungsstruktur eigentlich überdurchschnittliche Fallzahlen hätte erwarten lassen. 

Warum erzähle ich das jetzt? 

Ich lernte zufällig eine Fibromyalgie-Betroffene kennen - eine Betroffene ohne Internet-Zugang Im Gespräch stellte sich heraus, dass Fibromyalgie bei dieser Betroffenen nur eine "Nebendiagnose" ist. Sie erzählte mir, wie sie nach vielen Jahren typischer Fibro-Symptome und den üblichen unergiebigen Arztbesuchen endlich bei einem Rheumatologen gelandet war, der nicht nur die Diagnose Fibromyalgie erwähnte, sondern auch hinhörte und handelte, als sie berichtete, dass sie vor sehr langer Zeit nach einer Bluttransfusion mal an einer Non-A/Non-B-Hepatitis erkrankt gewesen sei. Dass sie diese Bezeichnung gebrauchte, das ließ diesen Arzt aufhorchen, denn seit 1990 ist diese Diagnose nicht mehr gebräuchlich. Aber in der ganzen Zeit hatte wohl keiner der behandelnden Ärzte jemals wieder eine genauere Untersuchung bei ihr vorgenommen. So stellte sich erst vor wenigen Jahren heraus, dass sie schon vor mehr als 20 Jahren mit Hepatitis C infiziert worden war. Sie erhielt dann eine wirksame Therapie, so dass jetzt nach mehreren Interferon- bzw. Kombinationsbehandlungen davon ausgegangen werden kann, dass sie von der Hepatitis C geheilt ist. 

Die Hepatitis C verläuft oft über viele Jahre symptomlos. Wenn Symptome auftreten, dann sind es oft solche, die auch bei Fibromyalgie typisch sind. 

"Für die Erkrankung, die nach einer Inkubationszeit von 1 - 6 Monaten auftritt, ist typisch, dass sie sehr häufig zunächst unerkannt verläuft. Etwa 75 %; der Fälle zeigen keine Symptome. Eine Erkennung war vor 1990 nur durch mehrfache Blutuntersuchungen der sogenannten Leberwerte möglich. Das akute Krankheitsbild ist meist mild. Im weiteren Verlauf der Erkrankung wechseln sich häufig Phasen mit krankhaften Leberwerten und Phasen mit Normalbefunden ab. Der gesamte Krankheitsverlauf erstreckt sich oft über Jahre bis Jahrzehnte (chronische Verlaufsform). Auch lebergesunde Virusträger sind möglich." - Quelle: http://www.hepatitis-c.de

Ein Jahr lang habe ich es mir immer wieder verkniffen, auf die Parallelen zwischen Fibromyalgie und Hepatitis C hinzuweisen. Parallelen, die sich auf mehrere Faktoren beziehen, allen voran die zögerliche Bereitschaft, Patienten mit unspezifischen Symptomen ernst zu nehmen. Doch eine Verwechslung der beiden Erkrankungen bzw. Diagnose Fibromyalgie ohne Testung auf HCV-Antikörper könnte tragische Folgen haben. Hepatitis C kann ohne spezifische Behandlung einen sehr schlimmen Verlauf nehmen, ist jedoch andererseits inzwischen in vielen Fällen heilbar, wenn die Therapie rechtzeitig begonnen wird. 

Sicher feststellen läßt sich eine Infektion nicht durch die üblichen Laboruntersuchungen, auch nicht durch die sog. "Leberwerte", die allerdings einen Hinweis geben können! Erst eine Untersuchung auf Antikörper (ELISA) bzw. in Zweifelsfällen ein qualitativer HCV-RNA-Test bringen Sicherheit. 

Wer sich auf dieser Website etwas weiter umgeschaut hat, wird sicherlich erkennen, dass mir nichts ferner liegt, als Angst und Unsicherheit zu schüren. Aber ich möchte insbesondere bei Symptomen, die nicht so ganz zum Bild des reinen generalisierten Schmerzsyndroms passen (z.B. häufiges Fieber), allen Fibros raten, beim nächsten Routine-Arztbesuch doch mal nachzufragen, ob denn schon mal ein Antikörpertest auf Hepatitis C-Virus gemacht worden ist. 

Es gibt ausgezeichnete Websites zu Hepatitis-C. Besucht sie mal, lest ein paar Geschichten. Ich wünsche Euch, dass es Euch dann so geht wie mir: Ich bin froh und dankbar, dass ich NUR Fibro habe!

Monika

Johanicum 452 mg und L-Carnitin bei Fibromyalgie

Erna Hauer, immerflott.sms.at, 
Seither fühle ich mich wieder viel besser, kann wieder schlafen, lachen und lustig sein sowie vor meiner Krankheit. Achtung auf Lysthenon Ampullen!!!!wäre daran bald gestorben.
Fibromyalgie ist eine neuromuskuläre Erkrankung und Lysthenon darf bei FM nicht verabreicht werden. Achtung auf Muskelrelaxantien!!!!dringend Beipack-
zettel lesen. Ich kann nur von Glück reden, daß ich noch am Leben bin.
Alles Gute Erna

Monika Draga (Forenmaster)

Lysthenon wird eingesetzt zur Muskelrelaxation im Rahmen d. Allgemeinanaesthesie, d.h. bei einer Vollnarkose. Lysthenon darf, wie alle peripher wirkenden Muskelrelaxantien, nur von Ärzten mit anästhesiologischer Ausbildung und Erfahrung in endotrachealer Intubation und künstlicher Beatmung angewendet werden. Die erforderlichen Geräte müssen bereitstehen. - Es gehört also normalerweise in einen Operationssaal, aber nicht  in die Reichweite von Patienten !

Dieser Bericht  zeigt wieder mal deutlich, dass die unzureichende Kenntnis, was Fibromyalgie letztlich ist, in bestimmten Situationen durchaus ein Gefahrenpotential darstellen kann. Einerseits fühlt man sich durch das Verhalten von Ärzten, die Fibromyalgie immer noch für "eingebildete" Schmerzen halten, so bedient, dass man am liebsten vermeiden möchte, die Diagnose zu erwähnen, wenn es nicht unbedingt notwendig erscheint, andererseits scheinen in besonderen Situationen aber doch diverse Risiken mit dieser Erkrankung verbunden zu sein. Also wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als doch immer darauf hinzuweisen, dass man von dieser ungeklärten Erkrankung betroffen ist. Vielleicht sollten wir uns mal mit einem "Beipackzettel" versehen, auf dem alle Risiken und Nebenwirkungen aufgelistet sind, die wir zu bieten haben, wenn wir nicht vorsichtig genug behandelt werden. 

Siehe auch Interaktionen Phytopharmaka

Gehirne arbeiten unterschiedlich

Monika Draga (Forenmaster)

Unter dieser Überschrift: "Gehirne arbeiten unterschiedlich -  Neue Behandlungsansätze nach Gehirnverletzungen denkbar" bringt das 3sat-Magazin nano folgenden Bericht: 

"Forscher der State University of New York haben einen Unterschied in der Arbeitsweise des Gehirns von heranwachsenden Jungen und Mädchen nachgewiesen. Sie nutzen für die Erkennung von Gesichtern und die Identifizierung von Gesichtsausdrücken verschiedene Gehirnbereiche. Jungen lösen derartige Aufgaben eher mit der rechten Hirnhälfte, Mädchen eher mit der linken. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Gehirne der beiden Geschlechter vor dem Erwachsensein unterschiedlich organisiert sind. Nach Gehirnverletzungen könnten daher auch verschiedene Behandlungsmethoden sinnvoll sein. 

Das Team um D. Erik Everhart untersuchte 17 Jungen und 18 Mädchen im Alter von acht und elf Jahren. Beide Gruppen mussten zwei verschiedene Arten von Aufgaben lösen. Für die Überprüfung der Erkennung von Gesichtern waren bestimmte Gesichter in einer Reihe wechselnder Bilder zu identifizieren. Mittels eines elektroenzephalografischen Messgerätes (EEG) wurde in der Folge die Aktivität der Gehirnwellen in der rechten und der linken Hirnhälfte untersucht. Bei der Erkennung des Gesichtsausdrucks zählten Richtigkeit und Geschwindigkeit der Antworten. Jungen und Mädchen lösten die Aufgaben gleich gut. Sie scheinen allerdings verschiedene, sich fallweise überlappende Gehirnbereiche für die Verarbeitung der Informationen einzusetzen."

Soweit der Bericht bei 3sat. Er erinnert mich daran, dass ich vor einiger Zeit einmal von einer ganz ähnlichen Studie gelesen habe, allerdings wurde die mit Kleinkindern durchgeführt - mit einem sehr ähnlichen Ergebnis. 

Wenn die Gehirne von Männern und Frauen so unterschiedlich arbeiten, liegt dann darin vielleicht die Erklärung dafür, dass viel mehr Frauen von Fibromyalgie betroffen sind als Männer??? Ist vielleicht die Art der "Verschaltung" von Frauenhirnen besonders anfällig dafür, plastisch zu reagieren. Irgendwo habe ich auch mal einen Artikel gefunden in dem festgestellt wurde: "Frauen lernen ein Leben lang, ...". Ist es ganz einfach so, dass Frauen eben auch Schmerzen leichter "lernen" als Männer???

Re: Was kann ich gegen ständige Müdigkeit tun

Dr. med. Christian Müller, Dresden
Schilddrüse gründlich untersuchen lassen!

Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Herr Dr. Müller,

ganz herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Es wäre in der Tat eine 'elegante' Lösung für nahezu die gesamte Palette der Fibromyalgie-Symptome, wenn man eine Schilddrüsenfunktionsstörung dahinter entdecken würde. So ist Ihr Beitrag eine Gelegenheit, an dieser Stelle noch mal auf eine Literaturquelle hinzuweisen, die ich bei Dr. Devin Starlanyl gefunden habe: "There is a paper which describes the use of T3 for fibromyalgia patients with "normal" thyroid values, and why the standard tests may not be sufficient (Lowe JC, Cullum ME, Graf LH Jr, Yellin J. 1997. Mutations in the c-erbA beta 1 gene: do they underlie euthyroid fibromyalgia? Med Hypotheses 48(2):125-35)."

Nach dieser Hypothese, die eine erniedrigte Affinität der T3-Rezeptoren in Betracht zieht, wäre ja mit Mangelsymptomen zu rechnen, OBWOHL ausreichend Schilddrüsenhormone im Umlauf sind. 

Welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es, um diese Hypothese zu überprüfen und wann und wo werden sie angewandt? Welche therapeutischen Konsequenzen wären ggf. daraus abzuleiten?

Monika Draga

Fibromyalgie in Verbindung mit Morbus Bechterew....??????

franky
mich würde interessieren ob das o.g. -Bechterew in Verbindung mit Fibromyalgie auftreten kann oder doch eher unwahrscheinlich ist?

vielen dank

Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Franky,

Morbus Bechterew ist ja eine schmerzhafte, entzündliche rheumatische Erkrankung. Fibromyalgie hingegen, wird in jüngerer Zeit immer klarer als eine Art Entgleisung des schmerzverarbeitenden Systems gesehen, vom Prinzip her vergleichbar mit Phantomschmerzen, bei denen amputierte, d.h. überhaupt nicht mehr vorhandene Körperteile weh tun. Schmerzreize, egal welche Ursache ihnen einmal zugrunde lag, können plötzlich ein Eigenleben anfangen, können Körperschäden vorgaukeln, die überhaupt nicht vorhanden sind. Deshalb lassen sich diese Art von Schmerzen nur sehr schwer beseitigen. Andererseits aber wird das Schmerzverarbeitungssystem durch Schmerzreize, die aus einer schmerzhaften Erkrankung wie M. Bechterew stammen, immer wieder traktiert, so dass die Ausgestaltung eines Schmerzgedächtnisses ständig neue Nahrung erhält und dadurch Schmerzreize, egal ob echt oder "Erinnerungen" aus dem Schmerzgedächtnis, immer "besser", d.h. schmerzvoller ins Bewußtsein geraten. 

Somit dürfte klar sein, dass auf der Basis eines M. Bechterew, genauso wie auf Basis jeder anderen, mit häufigen, organisch bedingten Schmerzen einhergehenden Erkrankung, Fibromyalgie entstehen kann. Ich persönlich habe kein Problem damit, die dann folgende Ausbreitung des Schmerzgeschehens, ebenso wie die Funktionsstörungen, als ein Ergebnis der psychophysischen Verarbeitungsmechanismen wiederholter, "unerklärlicher" Schmerzen zu sehen. 

Wirksame Bekämpfung der durch den M. Bechterew verursachten Schmerzen ist wichtig. Ebenso wichtig ist aber auch zu lernen, d.h. nicht nur oberflächlich anhören, sondern wirklich für sich anzunehmen, dass die Schmerzen so gut wie nie eine Bedeutung haben. Dass man sie deshalb wegschieben und "vergessen" kann, wie z.B. das Geräusch einer Telefonklingel, das aus dem Radio kommt. Auch da könnten wir in unser Telefon noch so lange hineinhorchen, es kommt keine Botschaft für uns raus! Wenn man allerdings auf dem Weg zum (unschuldigen) Telefon stolpert, gegen einen Türpfosten knallt, den heißen Kaffee verschüttet und ähnliche Dinge fabriziert, tja, dann bekommt so ein absolut nichtssagendes Signal plötzlich eine anhaltende Bedeutung. 

Kann mir noch jemand folgen? ;-)

Monika

franky

yep...ich kann Ihnen folgen.....

aber fuer mich gerade wichtig ist(!)
beim nachlesen im net auf verschiedenen seiten...
muss ich festellen..... dass ich unheimlich viel sympthome eines fibromyalgie kranken habe....
(tinitus....herz-rytmus...schmerzen an tenderpkt....schwitzen... schmerzen in den oberamren .... ischias....taubheitsgefühle ...kribbeln an den händen ...und genickschmerzen....und vorallem schlafprobleme.....etc. etc. etc.)

nach dem ich das gelesen habe... bin ich mir gar nicht mehr so sicher ob ich wirklich MB habe......als vielmehr fibromyalgie (schätze nach dem ich hla-b27 positiv gestestet wurde.. und unerklärliche rückenschmerzen und archillessehnenentzuendungen hatte und habe..... aber auf röntgenbildern nix zu sehen ist - war die sache fuer meinen orthopäden eindeutig)

kommt es familär bedingt eher zu fibromyalgie.... meine mutter ist positiv auf fibromyalgie getestet!

was ist eigentlich der richtige arzt...fuer fibromyalgie?

vielen dank fuer ihre schnelle antworten....

Monika Draga (Forenmaster)

also, Franky, wenn ich jetzt alles richtig kapiert habe, dann hast Du aus dem großen Symptomkatalog der Fibromyalgie schon fast alles "ausprobiert". Dann würde ich doch bei dem Orthopäden noch mal nachfragen, was denn der positve hla-b27-Test überhaupt zu bedeuten hat. Oder andere Frage: Warum willst Du es wissen? Damit Du Dich vor der Weiterentwicklung des M. Bechterew fürchten kannst? Neeee, Du doch nicht! 

Egal ob M.Bechterew oder Fibromyalgie oder Beides - die Therapie ist die Gleiche. Schmerzen bekämpfen und BEWEGEN. Falls M.B. eine Rolle spielt, dann hat das vielleicht Einfluß auf die Wahl der Art der Schmerzmedikamente, aber das muß ja auf jeden Fall der Arzt entscheiden. 

Familiär gehäuftes Auftreten von Fibromyalgie kann man nicht an irgendwelchen vererbaren genetischen Eigenarten festmachen, wohl aber an der Art und Weise, wie in einer Familie mit Krankheit und Schmerz umgegangen wird. Schmerz ist ein ungewollter Lernprozess, der das Schmerzgedächtnis ausprägt. Der Umgang mit Schmerzen, die Bewertung von Schmerzen, das kann diesen Lernprozess verstärken oder hemmen, je nachdem, welches "Echo" die Schmerzen auf emotionaler Ebene hervorrufen.

Schau doch mal weiter Foren-Archiv, da sind Einträge vom August letzten Jahres, Hauptüberschrift "Schmerzgedächtnis" und dann: Wenn Trost alles nur noch schlimmer macht (Monika  17.08.2000 14:00:01) - vielleicht erklärt Dir das Einiges. 

Der "richtige Arzt" bei Fibromyalgie, das ist derjenige, der sich seiner Rolle im Chronifizierungsprozess bewußt ist UND der sein verantwortungsbewußtes, fachlich und menschlich kompetentes Handeln Dir verständlich machen kann. Der "richtige Arzt" weiß z.B., dass die Arztkontakte bei Fibromyalgie unbedingt ZEITGESTEUERT und nicht symptomgesteuert erfolgen müssen, also Termine in regelmäßigen Abständen vereinbart werden müssen (wenn es Dir gut geht, kannst Du ja absagen) und er wird sich idealerweise als Teamchef oder Koordinator verstehen, der sowohl Deine eigenen Initiativen "begleitet", als auch, wenn nötig, die Einbeziehung von anderen Ärzten und Therapeuten anregt oder veranlaßt. Leider gibt es allerdings noch keinen Kompaß, mit dem man einen solchen Arzt ausfindig machen kann. Aber ich denke, hoffe, es werden immer mehr werden.

Jedenfalls wünsche ich Dir viel Erfolg bei der "Entdeckung" des richtigen Arztes! Vielleicht ist es ja einer, den Du schon längst kennst, aber bisher noch nicht so richtig verstanden hast. 

Monika

Unterschiedliche Verlaufsformen der Spondylitis ankylosans

Re: Celebrex und Mydocalm bei Fibro


Hallo liebe Celebrex-Anwender, falls Ihr Gewichtsprobleme habt, Achtung! Mir brachten 6Wochen Celebrex 3,5kg mehr auf die Waage.
Ich machte gute Erfahrung mit Petadolex bei nicht ganz so starken 
Schmerzen. Es ist unschädlich, da pflanzlich.
Herzl. Grüße I

Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Ilse,

ich werde das Gefühl nicht los, das da bei Deiner medkamentösen Behandlung Einiges durcheinander geht. 
- Celebrex dient zur Behandlung von Symptomen bei Reizzuständen degenerativer Gelenkerkrankungen (aktivierte Arthrosen) oder chronischer Polyarthritis (rheumatoide Arthritis). 
- Petadolex hingegen ist ein Pestwurzextrakt zur Prophylaxe von Migräne-Anfällen. 

Es handelt sich also um völlig verschiedene Anwendungsbereiche, für die diese beiden Medikamente zuständig sind. Denkbar ist für mich jedoch, dass Petadolex einen gewissen Einfluß auf Fibromyalgie-Schmerzen hat, da es regulierend auf den Muskel-Tonus wirken soll. Dass Petadolex unschädlich sein müsse, weil es pflanzlich ist, dem muß ich aber aus Prinzip vehement widersprechen. Auch pflanzliche Substanzen können sehr, sehr giftig sein und pflanzliche Heilmittel können sehr heftige und manchmal auch gefährliche Nebenwirkungen haben!!! Tatsächlich konnte ich bei meiner kurzen Durchsicht einiger Infos Meldungen finden, bei denen von Verschlechterung der Leberwerte, Venenproblemen u.a. nach der Einnahme von Petadolex berichtet wurde. Dass Petadolex eine sofortige Wirkung auf irgendwelche Schmerzen haben könne, davon habe ich jedoch nirgends gelesen. Im Gegenteil, 3 Monate lang müsse man es täglich einnehmen, um beurteilen zu können, ob es die Migräne-Anfälle reduziert. 

Nun zu der "Gewichtszunahme" unter der Einnahme von Celebrex:
Ansammlung von Wasser im Körper (Flüssigkeitsretention, periphere Ödeme) gehört zu den an vorderster Stelle genannten möglichen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Celebrex. Wenn das bei Dir eingetreten ist, dann verstehe ich offen gestanden nicht, wie es dazu kommen konnte, dass Du dieses Medikament 6 Wochen lang genommen hast, zumal bei Dir ja anscheinend die Indikation für diesen "schweren Hammer" nicht besonders wasserfest zu sein scheint, wenn Du andererseits Besserung durch Petadolex erlebst. 

Die Tatsache, dass Du eine Wirkung von Petadolex so genau beschreiben kannst, das finde ich aus einem anderen Grund sehr interessant. Es paßt nämlich sehr gut zu der Erfahrung, dass eigentlich schwach wirksame Substanzen bei Fibromyalgie sehr oft besser helfen, als stark wirksame oder hoch dosierte Wirkstoffe! Schade dass dies viel zu oft völlig ignoriert wird, obwohl es immer wieder spontane Beobachtungen oder auch Studienergebnisse gibt, die auf dieses Phänomen hinweisen! 

Was spezielle Risiken von pflanzlichen Heilmitteln betrifft, siehe: Interaktionen Phytopharmaka - wichtige Meldung im DMF

Monika Draga

HINWEIS: Die Erörterungen hier im Forum können und sollen kein Ersatz für sorgfältige ärztliche Betreuung sein! Sie sollen vielmehr den Dialog zwischen Patient und Arzt fördern und erleichtern und können vielleicht in Zweifelsfällen dabei helfen, wichtige Aspekte hervorzuheben. Weitere Beiträge zu Celebrex sind über die Suchmaschine auffindbar.

Monika Draga (Forenmaster)

Interaktionen Phytopharmaka - wichtige Meldung im DMF

Meldung im Deutschen Medizin Forum
Von: Dr.med. Wolfgang Oertel 
Datum: 18.07.2001 15:34 
Betreff: Interaktionen Phytopharmaka, Anästhesie 

Im Original aus Blitz-AT - Anschrift siehe Ende des Artikels - kopiert 

Dr.med. Wolfgang Oertel 
Medizin Forum AG - Redaktion Burg a.F. 

AUCH PHYTOPHARMAKA RECHTZEITIG VOR OPERATION ABSETZEN 

Patienten berichten ihrem Arzt haeufig nicht, dass sie Phytopharmaka 
einnehmen, beispielsweise weil die Einnahme nichts mit der aerztlich 
behandelten Krankheit zu tun hat, die Produkte keine Arzneimittel sind (z.B. per Internet bestellte oder in Drogerien u.a. gekaufte so-genannte Nahrungsergaenzungsmittel) oder weil der Arzt bei Erhebung der Anamnese nicht gezielt danach fragt. 

Anaesthesisten aus Chicago werteten die aktuelle Literatur zu den 
gebraeuchlichsten Pflanzendrogen aus, um zu pruefen, ob Phytopharmaka 
eine Gefaehrdung bei Operationen bedeuten (1). Randomisierte 
kontrollierte Studien hierzu sind nicht auffindbar. Die nachfolgend 
genannten Bedenken gegen die perioperative Einnahme von 
Kraeuterarzneimitteln werden aus anderen Studien, Fallberichten und 
Uebersichtsarbeiten sowie aus den pharmakokinetischen Eigenschaften der Drogenbestandteile abgeleitet. Vor allem Phytopharmaka, die Stoffe mit langer Halbwertszeit wie Hypericin (in Johanniskraut) enthalten oder die Thrombozytenaggregation hemmen koennen (z.B. Ginseng, Knoblauch), sollten demnach mehrere Tage vor einer OP abgesetzt werden: 

Baldrian (BALDRIAN-DISPERT u.a.) - Bedenken: verstaerkter Effekt von 
Anaesthetika; Absetzen vor OP: bei Langzeitgebrauch vorsichtshalber 
ausschleichend absetzen (keine Daten). 

Echinacea (ECHINACIN u.a.) - Bedenken: allergische Reaktionen, Wirkminderung von Immunsuppressiva; Absetzen vor OP: so frueh wie 
moeglich (keine Daten). 

Ephedra (EPHEDRA Kapseln u.a.) - Bedenken: Bluthochdruck, Tachykardie, Myokardischaemie, Schlaganfall, intraoperativ ventrikulaere Arrhythmie in Verbindung mit Halothan; Absetzen vor OP: mindestens 24 Stunden (Halbwertszeit des enthaltenen Ephedrins: 5 Stunden). 

Ginkgo biloba (TEBONIN u.a.) - Bedenken: erhoehtes Blutungsrisiko (a-t 2000; 31: 87-8); Absetzen vor OP: mindestens 36 Stunden. 

Ginseng (GINSANA u.a.) - Bedenken: Hypoglykaemie, erhoehtes 
Blutungsrisiko (s. auch a-t 1999; Nr. 11: 119); Absetzen vor OP: 
mindestens sieben Tage. 

Johanniskraut (JARSIN u.a.) - Bedenken: zahlreiche bedrohliche 
Interaktionen (Induktion von CYP450-Enzymen), Wirkungsverminderung von Ciclosporin, Digoxin, Proteasehemmern, Warfarin u.a. (a-t 2000; 31: 31); Absetzen vor OP: mindestens fuenf Tage (Halbwertszeit von Hypericin: 43 Stunden). 

Kava-Kava (LAITAN u.a.) - Bedenken: verstaerkter Effekt von 
Anaesthetika; Absetzen vor OP: mindestens 24 Stunden. 

Knoblauch (KWAI u.a.) - Bedenken: erhoehtes Blutungsrisiko; Absetzen vor OP: mindestens sieben Tage. 

Wegen der unzureichenden Dokumentation des Nutzens und der Vielzahl zu beachtender zum Teil bedrohlicher Interaktionen raten wir von der 
Verwendung von Johanniskrautpraeparaten nicht nur praeoperativ ab (a-t 2001; 32: 62). Die kanadische Gesundheitsbehoerde warnt vor Produkten mit Ephedrakraut, allein oder in Kombination mit Koffein bzw. anderen Stimulanzien, beispielsweise zur Gewichtsabnahme oder zur "Energiesteigerung". In Kanada sind zwei Todesfaelle (Suizide) in 
Verbindung mit solchen bisweilen als "natuerliches Stimulans" 
bezeichneten Zubereitungen bekannt. Die US-amerikanische 
Gesundheitsbehoerde FDA erfasste innerhalb von 21 Monaten 10 Todesfaelle und 13 anhaltende Beeintraechtigungen, die mit Ephedra-haltigen Nahrungsergaenzungsmitteln in Verbindung gebracht werden (2). 

Redaktion arznei-telegramm 

1 ANG-LEE, M.K. et al.: J. Am. Med. Ass. 2001; 286: 208-16 
2 Health Canada: Advisory for Health Professionals, 14. Juni 2001 
http://www.hc-sc.gc.ca/english/archives/warnings/2001/2001_67e.htm 

A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH 
Bergstr. 38 A, Wasserturm, D-12169 Berlin, Fax: +30-79 49 02-20 
http://www.arznei-telegramm.de, E-Mail: ati@berlin.snafu.de 
HRB 24207 AG Berlin-Charlottenburg 
Gf: Wolfgang BECKER-BRUESER

Wied. unerträgl. Schmerzen im Rippenbereich, weiß jemd. Rat?

Justyna

Hallo an alle Firbos,

ich habe seit 2 Tagen wieder unerträgliche Schmerzen im Bereich der BWS
bis ganz schlimm ausstrahlend in die Rippen.
Ich bekomme teilweise soooo schlecht Durchamten und habe das Gefühl, ich muss meinen Brustkorb öffnen!!!!!! Seit heute morgen ist es besonders schlimm!!!!!!!!! 
Kennt jemand, dieser unerträglichen Schmerzen und was macht ihr dabei??????
Würde mich über Hilfe sehr freuen.
Danke Justyna

Monika Draga (Forenmaster)

Hallo Justyna,

es tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht. Sicherlich ist es kein Trost für Dich, aber auch ich kenne diese Art von Schmerzen! Da sie Deine Atmung behindern, solltest Du nicht zögern zum Arzt zu gehen. Ich kann für mich feststellen, dass, seit ich speziell diese Schmerzen konsequent bekämpfe, die Häufigkeit meiner Atemwegsinfekte bei NULL angelangt ist, während ich sonst regelmäßig mehrmals im Jahr deswegen zusätzlich erhebliche Probleme hatte. Mancher Arzt mag das für Zufall oder Übertreibung halten, aber für mich sind meine Erfahrungen überzeugend. 

Da die Schmerzen, wie Du schreibst, schon seit zwei Tagen anhalten, kannst Du das Wetter als Auslöser wohl vernachlässigen mit Ausnahme der Verstärkung der Schmerzen heute, da bin ich für das Wetter von Übermorgen mal wieder anderer Meinung als die Wetterprofis, d.h. bei mir hat sich meine "eingebaute" Wettervorhersage auch gemeldet. Ich erwähne das hier, weil ich es wichtig finde, zu unterscheiden. Die wetterbedingte Schmerzverstärkung (Wettervorfühligkeit) ist nämlich nur durch Abwarten loszuwerden (zumindst gilt das für mich). Da hilft sonst kaum etwas anderes, insbesondere Medikamente zeigen kaum Wirkung. Doch das, was Du schon zwei Tage rumgeschleppt hast, das muß trotzdem behandelt werden. Auch wenn es vielleicht spontan nur wenig hilft, ist es wichtig, dass Du behandelt wirst. Dann kannst Du Dich nämlich für den Rest der Schmerzen besser den mentalen Methoden wie Musik hören, Ablenken durch Konzentration auf leichte Tätigkeiten usw. widmen.

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder besser geht!
Monika

PS: Selbst wenn Du sonst vielleicht keine begeisterte Sängerin sein solltest und Dir vor lauter Schmerzen auch überhaupt nicht danach zumute ist, versuche es mal, irgendetwas zu singen, das Dir gut gefällt. Das kann Dir auf jeden Fall beim Atmen helfen und vielleicht auch sogar ein wenig die schmerzhafte Anspannung verringern. Probiere es einfach mal. Dir wird bestimmt etwas einfallen. Ich habe mit diesem Trick schon so manche sonst unerträglich Autofahrt überstanden ;-)