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Am 02.09.2000 um 11:21:02 schrieb Doris:

Angehörige eines Betroffenen

Hallo,
ich bin heute das erste Mal in eurem Forum und finde es gut, endlich mal etwas von anderen zu lesen.

Mein Mann,31, leidet schon sehr an Fibromyalgie. Warscheinlich schon seit der frühsten Jugend. Die Diagnosestellung war eine Odysse bei vielen Ärzten. Auf die Diagnose bin ich gekommen, als ich mir Infos von der Schmerzliga schicken ließ.

Die Erfahrungen vorher waren teilweis skurril bis entwürdigend.
Ein Neurologe befand ohne Untersuchung, dass mein Mann wohl psychische Beschwerden hat, weil er als Ehemann und Vater nicht die Rolle des Ernährers hat und als Hausmann und Erzieher sein Dasein fristet. Da bin ich dann halt selbst auf die Suche gegangen und da ich medizinisch sehr interessiert bin habe ich es dann auch gefunden.

Aber unsere Situation ist manches Mal sehr schwierig. Ich selbst bin Körperbehindert und nur sehr eingeschränkt bewegungsfähig. Den Familienunterhalt bestreite ich als Beamtin. Da mein Mann trotz seiner Fähigkeiten lediglich einen Hauptschulabschluss schaffte, lernte er eine Handwerk. Er litt aber schon sehr früh unter Schmerzen. Niemand glaubte ihm (vor allem der Vater nicht). Zur Arbeit vor unserer Ehe war er sich wirklich nie zu schade. Aber schwere körperliche Arbeit, teilweise bei Mistwetter im Freien verschlimmerte wohl einiges.

Von vielen wird er als Simulant abgetan, zumal er nicht immer schafft, was er sich vornimmt. Da macht er sich große Vorwürfe. Zudem gehen ihm die Schmerzen echt an die Substanz. Er leidet sehr, dabei will er doch nur mal keine Schmerzen haben.

Unser Hausarzt wird von mir mit Infos versorgt. Er verschreibt brav KG und Massage, aber dabei bleibst. Mehr kann er nicht tun. Dies nervt mich, da ich meinem Mann für unsere Familie wünsche, dass endlich mal eine Wirkung erzielt werden kann.

Ich kann ihn nicht mal dazu bewegen, in eine spezielle Klinik zugehen, da er die Schnauze voll hat.

Ich selbst bin sowohl körperlich nicht zu allem in der Lage, zum andern lastet auf mir viel Verantwortung, das weis er und er würde gerne etwas ändern, aber das schafft er nicht mehr.

Da er als Jugendlicher schon teilweise sehr depressiv war, kann er vor Schmerzen bald nicht mehr.

Auch unsere Tochter leidet darunter, sie ist acht und kann nicht immer verstehen, dass der Papa nicht fit ist wie andere.

Mich nerven auch die Umstehenden und die Einmischungsversuche von außen (z.B. versucht mein Schwiegervater ihn in einen Job zubringen, obwohl mein Mann den Haushalt mal gerade recht wie schlecht schafft. Mein Schwiegervater akzeptiert halt mal nur Krankheiten, die man sieht)

Wie kann ich ihm noch helfen, außer durch Beistehen und durch unsere gute Beziehung?
Doris

Website Fibromyalgie Infoquellen im Internet

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